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Portrait Alfons Dornauer

Der schüchterne Junge mit viel Talent

 

Jung, klein und hager. Das ist Alfons Dornauer. Dem 16-jährigen Zillertaler sagen Insider eine große Zukunft voraus. Manche zählen ihn zum Favoritenkreis beim BlocBattle in Mayrhofen.

„Ich will auf jeden Fall im Fels klettern,“ legt sich Alfons fest. „Sicher werd ich auch immer wieder bei Wettkämpfen mitmachen. Aber vom Fels bringt mich nichts weg.“

Kürzlich hat er bei der SALEWA Rock Show teilgenommen. Dabei konnte sich der 15jährige Finkenberger mit einige Größen des SALWEA alpineXtrem Teams messen. „In Innsbruck hab ich die Rock Show gewonnen und mich damit für die Finalshow bei der Outdoor-Messe in Friedrichshafen qualifiziert.“ Auch dort konnte sich der schüchterne Zillertaler durchsetzen.

Begonnen hat Alfons mit sieben, acht Jahren. Mit seinem Vater Raimund war er damals hauptsächlich alpin Bergsteigen. „Berge haben wir im Zillertal ja genug. Wir waren zum Beispiel auch am Olperer.“

Für die aktuellen Staatsmeisterschaften in Mayrhofen nimmt er sich etwas Druck weg. Kenner der Szene zählen ihn zum Kreis jener Teilnehmer, mit denen bis zum Schluss zu rechnen ist. „Das kommt ganz auf die Boulder an. Weite Züge mag ich gar nicht. Da tu ich mich mit meiner Körpergrösse ( 159 cm, 43 kg) eher schwer.“ Das Halbfinale hat er aber auf jeden Fall im Visier. Mit Platz zwölf in der Qualifiikation hat es Alfons Dornauer in das Halbfinale der besten 20 Herren geschafft. Er liegt also auf jeden Fall im Plansoll.

Text: Florian Warum
Foto: Florian Narr


Portrait Jakob Schubert

Eine Tiroler Gazelle

Mit 16 Jahren holte er sich bei den Jugendweltmeisterschaften in Peking die erste WM-Medaille. 2008 wurde er Juniuorenweltmeister und Europacup-Gesamtsieger. Doch erst diesen Dezember feiert Jakob Schubert den 19. Geburtstag.

Elegant wie eine Gazelle bewegt er sich von einem Boulder zum nächsten. Seit seinem zwölften Lebensjahr bestimmt der Klettersport das Leben des Schülers am Innsbrucker Sport-BORG.

„Mit zwölf Jahren habe ich zum Klettern begonnen. Mein Patenonkel hat mich mitgenommen. Und nach zwei, drei Schnupperfreitagen bin ich gefragt worden, ob ich beim Innsbrucker Climbing Team mittrainieren möchte,“ erinnert sich Jakob Schubert. „Und weils mir getaugt hat, habe ich mich auch gleich für den Leistungssport interessiert.“

Die meiste Zeit des Jahres trainiert er in der Kletterhalle im Innsbrucker Tivolistadion. Im Sommer zieht es ihn raus ins Freie. Als Tiroler ist er deshalb immer wieder im Ötztal und im hinteren Zillertal zu finden. Das kleine Bergsteigerdorf Ginzling mit seinen 400 Einwohnern und seinen Felsblöcken ist ein Eldorado für jene, die ihre Leidenschaft fürs Klettern und Bouldern entdeckt haben. „Es ist die Nähe zum Bach, die das Klettern in den Ewigen Jagdgründen so reizvoll macht. Ausserdem gefällt mir die Kletterei an den natürlichen Leisten im eher flachen Gelände.“

Derzeit liegt Jakob Schubert auf Rang zwölf der Weltrangliste sowie auf Platz elf in der Gesamtwertung des diesjährigen Kletterweltcups (Stand 27. Juli 2009, www.ifsc-climbing.org). Die European Youth Series in Imst konnte er vor seinem Landsmann Mario Lechner gewinnen. Bei den Österreichischen Meisterschaften im Vorstieg in Graz schaffte er im April Platz zwei. Den Weltcup im Salzlager Hall beendete er auf Rang 21.

Bei den Staatsmeisterschaften im Bouldern in Mayrhofen schaffte er mit Platz vier die Qualifikation für das Halbfinale am Samstag. „Das Finale möchte ich jedenfalls schaffen. Und ein Stockerlplatz wär schon was. Aber das werden sich die anderen auch vorgenommen haben.“ © Florian Warum


 

Portrait Barbara Bacher

Das Mädl aus dem Ötztal mit Freude am Klettern

Mit dem Klettern hat sie schon im Alter von zehn Jahren begonnen. Die Goldmedaille bei der Junioren-WM 2000 in Amsterdam war ihr zweiter internationaler Erfolg. Bei den Staatsmeisterschaften im Bouldern zählt Barbara Bacher zu den Titelanwärterinnen.

Als 17-jährige sicherte sie sich 1999 bei den Jugendweltmeisterschaften im französischen Courmayeur mit Bronze ihre erste WM-Medaille. Ein Jahr später in Amsterdam konnte sie nochmals toppen.

„Im Vergleich zu früher gibt es heute eine enorme Leistungsdichte. Du musst schon sehr viel trainieren, um vorne mit dabei zu sein. Schlechten Tag kannst du dir heute kaum noch leisten,“ analysiert die Längenfelderin, die nächste Woche 27 Jahre alt wird.

Für die ausgebildete Spenglerin und Glaserin geht es im Wettkampf weniger um die Schwierigkeiten der Routen als vielmehr um den Spaß an der Sache. Mit ihren 50 kg spielt sich das 1,60 m kleine Fliegengewicht in den Kletterwänden der Welt. Seit acht Jahren trainiert die heute 26-jährige täglich und zeigt im Wettkampf ihre Krallen (Sternzeichen Löwe).

Im ersten Wettkampf der heurigen Saison wurde sie in Japan auf Anhieb siebente. Mit Rang 21 in Hall und dem zwölften Platz in Wien blickt sie auf eine wechselhafte Saison zurück. Derzeit bereitet sich Barbara Bacher auf den Vorstiegs-Weltcup vor, in den sie nächstes Wochenende in Barcelona einsteigt.

BlocBattle Mayrhofen: Barbara Bacher hatte zwar kleine Probleme bei einem Plattenboulder, konnte sich nach sieben Versuchen hinter ihrer Schwester Sabine auf Platz zwei für das morgige Halbfinale qualifizieren.

Text: Florian Warum

 

Portrait Lukas Ennemoser

Der Tastenakrobat auf der Boulderwand

Mit zehn Jahren hat ihn die Kletterleidenschaft gepackt. Erstkontakt in die Kletterszene waren Freunde, die fast doppelt so alt waren. Heute zählt er bereits zu den Routiniers.

Vor fünf Jahren hat er sich den österreichweiten Juniorcup im Vorstieg gesichert. Ein  Jahr später ist er zum Bouldern übergewechselt.

„Ich klettere am liebsten am Fels – logisch, als Ötztaler. Für Wettkämpfe ist es aber unabdingbar: Zumindest im Winter musst du in die Halle, um dich an die schweren Boulder und an die Kunstwand zu gewöhnen.“ 

Der Piburger See und Niederthai sind seine persönlichen Hot Spots. „Dort gibt’s einfach genug Fels mit vielen, schwierigen Stellen. Auf einem Fels in der Nähe eines Sees zu stehen und ins klare Wasser zu schauen – das hat schon was.“ 

Der 20-jährige Längenfelder trainiert sogar untertags, während der Arbeit. Als Fotograf und Webmaster eines Tourismusportals im Ötztal, gehört das Schreiben von Artikeln und die Aktualisierung der Website zu seinen Aufgaben. „Das ist bestes Training für die Finger.“

Mit dem Sieg im Austriacup 2004 zeigt Lukas Ennemoser nach dem Gewinn des Juniorcups ein zweites Mal auf. 2006 wurde er im Weltcup einmal Vierter (Brünn/Tschechien). In diesem Jahr wurde er 14. beim Weltcup im Salzlager Hall und 9. in Eindhoven. Die Gesamtwertung des diesjährigen Weltcups beendete er auf Rang 18.

Für das Halbfinale der BlocBattle hat sich Ennemoser qualifiziert. Er konnte alle acht Probleme klettern. 

Text: Florian Warum
Foto: Florian Narr

 

Portrait Sabine Bacher

Die sportliche Allrounderin

Zwölf Jahre alt was Sabine Bacher – da hat sie ein Fieber gepackt: Klettern sollte von da an ihr Leben mitbestimmen. Bis zum 19. Lebensjahr ist sie mit der Masse „mitgeschwommen“.Die Sportwissenschafterin wurde 2004 britische Bouldermeisterin. 

2007 wurde sie bei der Europameisterschaft in Bermingham sechste und landete im Weltcup in Erlangen ebenfalls auch Rang sechs. 

„England ist ein Paradies voll mit Klettergebieten und Boulderblöcken. Wahnsinn. Der englische Fels hat den Vorteil, dass er schnell trocknet – das ist wichtig, bei den vielen Regentagen in England,“ denkt Sabine Bacher gerne an die Zeit in ihres Studiums in York zurück. 

Während in Österreich das Vorstiegsklettern klar Nummer eins im Wettklettern ist, verhält es sich bei den Briten total umgekehrt. „Da drüben gibt es in jeder Stadt mindestens zwei, drei Boulderhallen.“

In der abgelaufenen Bouldersaison sei sie sogar körperlich fitter gewesen als im Vorjahr, dennoch war die Saison eher durchwachsen. Meist war sie um Rang 20 zu finden. Ihre beste Platzierung schaffte sie im Rahmen der Weltmeisterschaft im chinesischen Quining mit Platz zwölf. 

BlocBattle Mayrhofen: Mit 10 erfolgreichen Versuchen auf den sechs Boulderproblemen hat Sabine Bacher die Qualifikation für das Halbfinale am Samstag auf Platz eins gewonnen. „Klettern bei Livemusik und viele Zuschauer. Die Stimmung hier in Mayrhofen ist toll,“ so die Ötztalerin, die auch gern mal mit dem Mountainbike unterwegs ist. 

Text: Florian Warum

 

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